Blendle: Retten neue Content-Dienste Verlage vor Google, Apple & Co?

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Der Versuch der VG Media, Google zum Zahlen für die Darstellung von Verlagsinhalten zu zwingen, ist gescheitert. Die Sueddeutsche bezeichnet das Rechtsdrama in mehreren Akten als “peinliches Ende”. Doch die unzähligen mahnenden Worte von Kritikern, dass es höchste Zeit für Verlage ist, sich neue Geschäftsfelder zu erschließen, scheinen Früchte zu tragen: Zumindest gibt es einen neuen vielversprechenden Versuch, unabhängige Content-Plattformen zu schaffen, die nicht am Tropf von Google, Apple, Amazon und Co. hängen. Aus dem niederländischen Utrecht schickt sich das Startup blendle an, das “itunes of journalism” zu werden. Naht hier die Rettung für Verlage, die sich mit der Monetarisierung ihrer Content-Angebote nach wie vor schwer tun?

Neue Geschäfts- und Bezahlmodelle mit überschaubarem Aufwand und Risiko

Etwa 120.000 User nutzen den Dienst von blendle bereits, wie das Magazin Meedia berichtet. Bei dem Startup handelt es sich um einen Online-Kiosk. Das ist zunächst nichts bahnbrechend Neues und wurde auch bereits von Verlagen wie Gruner und Jahr und Bertelsmann probiert. Der Weg, mit dem blendle erfolgreich sein möchte, liegt darin, dass “Nutzer nur für einzelne Artikel statt für ein gesamtes Produkt, dass man womöglich nur zu geringen Teilen wirklich liest”, zahlen, erklärt David Klein von Horizont. Er sieht die große Chance für Verlagshäuser, “mit überschaubarem Aufwand und Risiko neue Geschäfts- und Bezahlmodelle testen zu können” und rät dazu, sich für “unabhängige Vertriebsplattformen im Internet” zu öffnen statt “weiterhin auf selbst gebaute Insellösungen” zu setzen.

Axel Springer und New York Times geben blendle eine Chance

Die Verlage Axel Springer und die New York Times sind in die Finanzierung des jungen Unternehmens eingestiegen. Mit Paid Content haben beide Verlage keine Berühungsängste – und auch bereits sehr positive Erfahrungen gesammelt. Es wird sich zeigen, ob die Vorreiter in Sachen content-getriebener Geschäftsmodelle in Bezug auf blendle eine Strahlkraft für andere Verlage haben – und diese dazu animieren, sich zu bewegen.

Dass blendle mit bezahlpflichtigen Inhalte auf Zuspruch bei den Lesern stößt zeigt sich bereits. Im Gespräch mit Meedia gewährt Gründer Alexander Klöpping Einblicke, welcher Content besonders gut läuft:

“Lange Artikel, Analysen, die Sachen, die eben nicht umsonst im Netz zu haben sind. Auch Interviews, Porträts, Kolumnen. Wieder und wieder sehen wir – die Inhalte, die nicht gratis sind, laufen gut. Die müssen noch nicht einmal besonders schwer zu lesen sein oder besonders tieggründig, sie können auch durchaus humorvoll-leicht sein.”

Beide Gründer kommen aus dem Journalismus. Mit der Konzeption von Inhalten kennen sie sich also aus. Und vielleicht ist es sogar sinnvoll, dass jeder der Gründer “kein ausgesprochener Business-Mensch” ist, wie Klöpping selbst sagt. Beide verfolgen das Ziel, “ein funktionierendes Geschäftsmodell für den Journalismus finden” – damit wollen sie auch das bestmögliche Ziel für guten und bezahlbaren Content erreichen. Auf dieses Pferd sollten Verlage setzen.

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